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AntiAging

Das Gesicht wird faltiger, die Beine ungelenker: Irgendwann bemerken fast alle Frauen und Männer erste Verschleißerscheinungen. Daraus ergibt sich eine große Gruppe potenzieller Käufer von so genannten Antiaging-Produkten.


Diese Mittelchen sollen den Alterungsprozess hinauszögern. «Das Ziel von Antiaging ist, gesund alt zu werden», sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in Deutschland und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Antiaging-Medizin. Die Idee dahinter ist einfach: Mit fortschreitendem Alter leiden viele Männer und Frauen unter einem Hormonmangel. Bei Frauen ist das meist das Östrogen, bei den Männern das Testosteron. Aber auch andere Hormone und Spurenelemente stehen weniger zur Verfügung als früher. Antiaging-Experten wie der Frauenarzt Albring aus Hannover geben ihren Patienten deswegen die fehlenden Hormone oder Spurenelemente, um so die Lebensqualität wieder zu steigern.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht: «Bei den angebotenen Produkten ist es besonders wichtig, darauf zu achten, dass die versprochenen Wirkungen auch tatsächlich wissenschaftlich gesichert sind», sagt Angela Clausen, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. «Außerdem werden die Wirkungen der Produkte gerne übertrieben.»

Die Einnahme von fehlenden Hormonen ist nicht ganz unumstritten: «Wenn das Hormonsystem krank und nicht voll funktionstüchtig ist, kann man die fehlenden Stoffe ersetzen», sagt der Psychologe Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin. «Doch das Verhalten hängt nicht von den Hormonen ab - stattdessen folgen die Hormone dem Verhalten.»

Das heißt, Betroffene müssen keine Hormone nehmen, um sich besser und weniger alt zu fühlen. Das Umgekehrte ist der Fall. Wer sich mit Eintritt in das Rentnerleben nicht fallen lässt und zum Stubenhocker wird, sondern sich weiterhin viel bewegt und sich unter Menschen begibt, hat mit dem Altern weniger Probleme.

Das liegt unter anderem daran, dass durch Bewegung Adrenalin und andere für das Wohlbefinden wichtige Hormone gebildet werden. «Wer den ganzen Tag drinnen sitzt, wird logischerweise müde und lethargisch», ist sich Walschburger sicher.

Ähnliche Ansichten vertreten auch seriöse Antiaging-Experten wie Frauenarzt Albring: «Antiaging-Mittel sind längst nicht für alle Männer und Frauen gut.» Deswegen sollte jeder ältere Patient erst genau von einem Mediziner untersuchen lassen, ob die Beschwerden ihre Ursache tatsächlich in einer Fehlfunktion des Hormonsystems haben. «Mit der Einnahme von Hormonen macht man es sich nämlich oft zu einfach», warnt Walschburger.  (Quelle: dpa)

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