Kinderlosigkeit

Kinderlosigkeit
Wenn der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht, ist das oft eine große Belastungs-probe für die Partnerschaft.
In Deutschland sind ca. 15 % der Paare davon betroffen. Die Gründe für Kinderlosigkeit sind sowohl gleichermaßen bei Männern und Frauen zu finden. Ärztliche Untersuchungen und Beratungsgespräche sind nun notwendig, um die Ursachen zu entdecken. In einigen Fällen hilft die Hormonbehandlung oder die Einnahme pflanzlicher Mittel der Fruchtbarkeit auf die Sprünge. Tritt die erhoffte Schwangerschaft nicht ein, wird oft die künstliche Befruchtung als letzte Chance gesehen, den Traum von einer Dreisamkeit zu verwirklichen. Kommt eine künstliche Befruchtung für ein Paar in Frage, steht diesem eine bange Zeite des Hoffens und Wartens bevor.
Nachfolgend können Sie lesen, welche Ursachen für die Kinderlosigkeit verantwortlich sind, welche Behandlungsmöglichkeiten angewandt werden können, mit welchen Risiken und Kosten diese verbunden sind und wie groß die Aussichten auf eine erfolgreiche Schwangerschaft sind.
Kinderlosigkeit: Die Ursachen bei der Frau
Hypothalamus und Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)
Bei dem Menstruationszyklus der Frau spielen Hormone eine ganz entscheidene Rolle. Dabei besteht ein Wechselspiel bei der Hormonproduktion im Gehirn und im Eierstock. Kinderlosigkeit ist die Folge, wenn eine Hormonstörung vorliegt. Deshalb nun ein kurzer Exkurs in unser Gehirn:
Das wichtigste Steuersystem des vegetativen Nervensystems ist der Hypothalamus. An diesem hängt tropfenartig die Hypophyse (auch Hirnanhangsdrüse genannt). Beide Organe bedingen sich gegenseitig in ihrer Funktion. Der Hypothalamus veranlasst, Hormone (GnRH) in die Hypophyse auszuschütten. Diese Hormone wiederum veranlassen die Hypophyse, die Hormone FSH ( folikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) zu produzieren. Für die Tätigkeit der Eierstöcke sind diese beiden Hormone äußerst wichtig, da diese die Eierstöcke anregen das Hormon Östrogen zu produzieren, welches für die Eireifung, den Eisprung und die Gelbkörperbildung benötigt wird.
Eine mögliche Ursache der Unfruchtbarkeit kann daraus resultieren, dass die Produktion und Abgabe von FSH und LH in der Hypophyse gestört ist. Liegt diese Störung vor, kann diese wiederum die Ausschüttung und Bildung von Östrogen und Progesteron im Eierstock negativ beeinflussen.
Die Hyperandrogenämie
Zu den Hormonstörungen zählt die Hyperandrogenämie. Die Eierstöcke schütten übermäßig viele männliche Geschlechtshormone (Androgene) aus. Dieses Überangebot verstärkt dann die Ausschüttung von LH und FSH, wodurch eine Reifestörung des Follikels ausgelöst werden kann. Unter Umständen kann es passieren, dass das Follikel ganz verschlossen wird und somit kein Eisprung mehr stattfinden kann.
Androgene werden aber nicht nur in den Eiestöcken gebildet. Auch Eierstocktumore oder die Nebennierenrinde können als Ur-sprungsquelle für die Überproduktion in Frage kommen. Das „Zuviel“ an Androgenen äußert sich durch vermehrten Haarwuchs sowie durch Akne.
Nicht selten ist das Übergewicht bei Frauen schuld an der Unfruchtbarkeit. Im Fettgewebe werden nämlich nicht nur Östrogene, sondern auch Androgene gebildet. Gerade bei übergewichtigen Frauen tritt eine verstärkte Androgenbildung auf.
Die Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz)
Nach dem Eisprung bildet sich aus dem Eibläschen (Follikel) der Gelbkörper. Er bildet verstärkt die Hormone Progesteron und Östrogen. Das Hormon Progesteron bereitet die Gebärmutter auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor, in dem die Gebärmutterschleimhaut „aufbaut“. Liegt eine Gelbkörperschwäche vor, wird zu wenig Progesteron gebildet. Die Gebärmutterschleimhaut ist unterversorgt und kann das befruchtet Ei nicht „halten“. Der Körper stößt die Eizelle ab, was sich durch prämenstruelle Schmierblutungen äußert.
Hyperprolaktinämie
Eine weitere Hormonstörung bezeichnet die Hyperprolaktinämie. Hier liegt eine krankhafte Erhöhung des Hormons Prolaktin im Blut vor. Das Hormon Prolakterin wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet, welches normalerweise die Milchproduktion in der Stillzeit regelt. Aber auch körperliche und seelischer Stress sowie Medikamente können den Anstieg von Prolakterin verursachen. Ein Überschuss von Prolaktin stört den Hypothalamus bei der Bildung des Hormons GnRH und beeinflusst somit Produktion von FSH und LH in der Hypophyse, die für die Eierstocktätigkeit wichtig sind. Der Zyklus der Frauen wird dadurch unregelmäßig oder die Eireifung bleibt ganz aus.
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