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Stichwörter: MagersuchtSelbstwertprobleme
Wednesday, 7. November 2007

Experten warnen: Magersucht hat dramatische Folgen

München (dpa) - Magersucht ist nach Meinung von Experten die psychische Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Das bestätgte auch der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen (DGESS), Manfred Fichter, in München.


Bild:© red2000 - Fotolia.com

München (dpa) - Magersucht ist nach Meinung von Experten die psychische Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Das bestätgte auch der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen (DGESS), Manfred Fichter, in München.

Bis zu 15 Prozent der Betroffenen im Erwachsenenalter würden an den Auswirkungen der Krankheit sterben. Die meisten Betroffenen sterben nach Auskunft Fichters an den direkten Folgen der Mangelernährung, aber auch die Zahl der Selbstmorde ist hoch. Nur rund die Hälfte der Patienten könne wieder ganz geheilt werden. «Essstörungen werden oft belächelt, aber es ist wichtig, dass sie ernst genommen werden», sagte der Mediziner.

Nach Schätzungen der Gesellschaft leiden in Deutschland rund sechs Prozent aller Frauen zwischen 15 und 35 Jahren an Magersucht oder einer anderen Essstörung wie etwa Bulimie. Bei Männern sind Essstörungen seltener: Auf zehn Frauen kommt durchschnittlich ein Mann. Auch die Therapie der Krankheit sei bei Männern einfacher. «Männer wollen Muskeln haben und bei der Magersucht schmelzen irgendwann auch die weg. Und dann sind Männer leichter zu motivieren, wieder etwas zu essen», so Fichter, Chefarzt der Medizinisch- Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee.

Als Ursache für Essstörungen gelten unter anderem äußere Belastungen wie Stress und starke Selbstwertprobleme. Hinzu kommen oft Depressionen. «Der Patient denkt dann nur noch an Essen, Nahrung, Gewicht, Figur», beschrieb Fichter. Die Therapie von Essstörungen sei nicht einfach. Medikamente würden bei den Kernsymptomen der Magersucht überhaupt nicht helfen. Auch sind viele medizinische Einrichtungen nach Einschätzung Fichters noch nicht gut genug für eine derartige Therapie gerüstet. Hier müsse noch mehr geforscht und besser informiert werden.


 

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