Studie: Antidepressiva haben kaum Wirkung
London (dpa) - Antidepressiva der neuen Generation haben einer Studie zufolge bei den meisten Patienten kaum eine Wirkung. Sie hätten auf die meisten Menschen mit mittelschweren Depressionen keinen anderen Effekt als das Scheinmedikament Placebo.
London (dpa) - Antidepressiva der neuen Generation haben einer Studie zufolge bei den meisten Patienten kaum eine Wirkung. Sie hätten auf die meisten Menschen mit mittelschweren Depressionen keinen anderen Effekt als das Scheinmedikament Placebo.
Wie britische Forscher in der Studie der Universität Hull berichten, wirken die Medikamente nur bei einer sehr kleinen Gruppe von Patienten, die an schwersten Depressionen leiden. Es gebe also kaum Gründe, diese Antidepressiva zu verschreiben.
«Der Unterschied in der Besserung bei Patienten, die Placebos nehmen und Patienten, die Antidepressiva nehmen, ist nicht sehr groß», sagte Professor Irving Kirsch von der Psychologie-Fakultät in Hull. Die Untersuchung wurde im Fachmagazin «PLoS Medicine» veröffentlicht. Die Studie sei eine der gründlichsten über Antidepressiva der neuen Generation, der sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
Die Wissenschaftler überprüften für die neue Studie Daten aus 47 veröffentlichten und unveröffentlichten Klinikstudien. Dabei untersuchten sie vier häufig verschriebene Medikamente, die unter anderem die Wirkstoffe Fluoxetin, Venlafaxin und Paroxetin enthielten. Sie betrachteten auch die Studien, die für die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA nötig waren. Selbst Klinikstudien, die auf eine positive Wirkung bei schwerdepressive Patienten hindeuteten, hätten dafür keine klaren Beweise gegeben, erklärten die Wissenschaftler.
Zwei Hersteller, Eli Lilly und GlaxoSmithKline, wiesen die Ergebnisse der neuen Studie dagegen zurück. Andere Untersuchungen hätten die positive Wirkung der Medikamente gezeigt. Patienten sollten die Einnahme nicht absetzen.
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