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Die Antibabypille

Die Pille ist eines der sichersten Verhütungsmittel. Richtig und regelmäßig eingenommen kann sie einen Schutz von bis zu über 99% bieten. Die modernen Antibabypillen haben einen geringen Hormonanteil, der bei genauer Einnahme und Beachtung von Wechsel- und Nebenwirkungen eine risikoarme und bequeme Verhütung darstellt.

 

Die Zufriedenheit von vielen Millionen Anwenderinnen spricht hier für sich. Die Pille ist nicht nur sicher, sondern auch gut verträglich und hat zudem auch positive Zusatzeffekte.

 

Wie wirkt die Pille?

Die meisten Pillen sind so genannte "Kombinationspräparate" (Pearl-Index: 0,1 – 0,9) und beinhalten 2 Hormone: Östrogen und Gestagen. Diese Kombinationspräparate wirken in 4facher Weise: Sie hemmen den Eisprung (Hauptwirkung) und machen somit eine Befruchtung nicht möglich. Weiterhin erhöhen sie die Viskosität des Zervixschleims und erschweren so das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. Sie hemmen die Beweglichkeit der Eileiter und verlangsamen so den Transport der Eizelle in den Eileiter. Zuletzt wandeln sie die Gebärmutterschleimhaut um und hemmen ihren vollständigen Aufbau, so dass die Einnistung einer Eizelle erschwert wird.

Kombinationspräparate werden nach Phasen unterschieden: Bei Einphasenpräparaten erhält man eine konstante Östrogen- und Gestagendosis über den gesamten Einnahmezeitraum. Bei Zweiphasen-, Zweistufen- und Dreistufenpräparaten dagegen verändert sich die Hormondosis während des Zyklus.

 

Die Minipille

Neben der gebräuchlichen Antibabypille mit Oestrogen- und Gestagen-Anteil gibt es die so genannte "Minipille" (Pearl-Index: 0,5 – 3,0), welche nur Gestagen enthält. Diese Pille verhindert nicht den Eisprung, sondern wirkt über eine Veränderung des Schleimhautmilieus der Scheide und der Gebärmutter, was die Bewegungsfähigkeit der Spermien bremst. Bei der Minipille findet keine Pillenpause statt – das Präparat wird 28 Tage lang durchgenommen. Die Besonderheit der Minipille liegt darin, dass die körpereigene Hormonproduktion kaum beeinflusst wird. Die Minipille ist daher besonders gut geeignet für Jugendliche. Wichtig ist jedoch ihre strikte regelmäßige Einnahme, welche täglich und stets zur selben Stunde erfolgen muss.

 

Die östrogenfreie Pille  

Die "östrogenfreie Pille" (Pearl-Index: 0,14 – 0,41) ist eine reine Gestagenpille, die das Gestagen Desogestrel enthält. Entscheidender Unterschied zur herkömmlichen Minipille ist die Hemmung des Eisprungs. Die östrogenfreie Pille gewährleistet eine höhere Sicherheit als die herkömmliche Minipille; die Sicherheit ist sogar vergleichbar mit Kombinationspräparaten. Wenn die östrogenfreie Pille gelegentlich einmal vergessen wurde, kann sie innerhalb von 12 Std. nach dem eigentlichen Einnahmetermin immer noch verspätet eingenommen werden und die Pille wirkt dann nach wie vor sicher. Die östrogenfreie Pille muss kontinuierlich eingenommen werden, die Pillenpause entfällt.

 

Die Pille danach

"Die Pille danach" ist als reine "Notfalllösung" nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu bewerten. Sie stellt keine Verhütung im eigentlichen Sinne dar und darf nicht als Ersatz für die "normale" Pille gesehen werden. Etwa 12-24 Stunden, spätestens aber 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr müssen bei diesem Präparat 2 Tabletten eingenommen werden. "Die Pille danach" enthält ein Gestagen in sehr hoher Dosierung. Abhängig vom Einnahmezeitpunkt im Zyklus hemmt sie den Eisprung oder verhindert sie die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut.

Mehr Informationen zur Pille danach >> 

 

Einnahme der Antibabypille

Die Einnahme der Anti-Baby-Pille erfolgt nach einem festen Schema:

An 21 (22) Tagen hintereinander wird die Pille einmal am Tag geschluckt, dann folgt eine 7 (6) -tägige Einnahmepause. Der Empfängnisschutz baut sich während des gesamten Zyklus auf und ist dann auch in der einnahmefreien Zeit gegeben. In diesen letzten 7 (6) Tagen des Zyklus setzt die Regelblutung ein. Bei Präparaten mit 28 Tabletten enthalten 21 Tabletten Hormone und 7 Tabletten sind ohne Wirkstoff. Diese 7 Tabletten sind Plazebos, die an die tägliche Einnahme der Pille erinnern sollen.

Die Einnahme der Pille sollte nicht erfolgen, wenn eine Schwangerschaft, Thrombose, Leberschäden oder Erkrankungen der Hirn- oder Augengefäße bestehen. Ebenso wenn angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen (z.B. Zuckerkrankheit) vorliegen.

Auch bei schweren Formen des Bluthochdrucks ist die Einnahme nicht ratsam. Wenig empfehlenswert ist die Einnahme auch für Raucherinnen, die älter als 30 Jahre sind, insbesondere wenn weitere Risikofaktoren wie Übergewicht und Bluthochdruck existieren.

Die Einnahme der Pille verändert den natürlichen Hormonhaushalt einer Frau. Aufgrund dieser Tatsache kann es zu Nebenwirkungen kommen. Hierzu gehören Faktoren wie geringfügige Übelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten, Kopfschmerzen, vorübergehende Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen, Libidoverlust, leichte Erhöhung des Thromboserisikos und Zwischenblutungen.

 

Positive Zusatzeffekte der Pille

Die anfangs angesprochenen positiven Zusatzeffekte der Antibabypille äußern sich z. B. in regelmäßigen, weniger starken und weniger schmerzhaften Blutungen, in einem geringeren Risiko einer Blutarmut (Anämie), sowie in der Besserung einer bestehenden Akne oder von Hirsutismus (starke Körperbehaarung).

Die Pille schützt vor Eierstockzysten, vor gutartigen Brusterkrankungen und vor Gebärmutter- und Eierstockkrebs. Sie ermöglicht es zudem, die Menstruationsblutung z. B. in der Urlaubszeit zu verschieben.

 

Verschreibung der Pille

Die Verschreibung der Pille ist als Folgerezept von der Praxisgebühr ausgenommen. Zahlen muss man sie jedoch (ab dem 18. Lebensjahr) selbst. Hier bietet sich ein Preisvergleich bei online-Versand-Apotheken an, um die Antibabypille möglichst kostengünstig zu erwerben.

 

Pille für den Mann

Die Pille für den Mann befindet sich derzeit noch im klinischen Versuchsstadium mit freiwilligen Probanden und ist noch nicht auf dem Markt erhältlich. In den aktuellen Untersuchungen werden den Testpersonen Gestagene in Tablettenform verabreicht. Die Gestagene haben eine Wirkung auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und unterdrücken hierdurch die Freisetzung eines Hormons, das für die Bildung der Spermien notwendig ist.

Ebenso wird jedoch die Testosteronbildung (Testosteron ist das männliche Sexualhormon) unterdrückt. Somit müssen die Probanden das erforderliche Testosteron von außen wiederum durch intramuskuläre Spritzen zugeführt bekommen. Derzeit wird die Verträglichkeit und Wirksamkeit geprüft. Ebenso werden ein Hormonmix aus Östrogenen und Gestagenen sowie nicht-hormonelle Substanzen an Männern getestet. Bis zur Marktreife wird es noch einige Jahre dauern.

 

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