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Laktoseintoleranz Ursachen & Ernährung Grundlagen

Spezialdiät bei Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) ist eine Enzymschwäche, die infolge von Erkrankungen auftritt (zum Beispiel Morbus Crohn, Magersucht oder Infektionen mit Parasiten) oder auch angeboren sein kann. Während die Laktoseintoleranz infolge einer Erkrankung meist nur temporär auftritt, bedeutet die angeborene Enzymschwäche eine dauerhafte Einschränkung für die Betroffenen.

Ungefähr 10 – 20% der Menschen in Deutschland leiden unter einer Laktoseintoleranz, einer Milchzuckerunverträglichkeit. Die betroffenen Personen können den Milchzucker (teilweise) nicht richtig verdauen, die Folgen sind Verdauungsprobleme wie Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen, Durchfall und häufig sogar quälende Krämpfe nach dem Verzehr von Milchprodukten, welche erst nach einigen Stunden vorrübergehen. Viele ungeklärte Verdauungsprobleme sind letztendlich sogar die Folgen einer nicht diagnostizierten Laktoseintoleranz, welche das Leben der Betroffenen zum Teil stark beeinflusst.

Unangenehmer Laktase-Mangel

Die Ursache für diese zum Teil sehr unangenehmen Beschwerden ist der Mangel an Laktase-Enzymen im Dünndarm (auch Disaccharidase-Mangel genannt), welche den Milchzucker im Zuge der Verdauung spalten und für den Körper überhaupt erst verwertbar machen. Nach dem Säuglingsalter schwindet dieses Enzym und ungefähr 90% der Menschen können den Milchzucker nicht mehr komplett verarbeiten. Diese Aufgabe übernehmen dann andere Bakterien im Dickdarm im Zuge der Milchsäuregärung, welche als „Abfallprodukt“ Gase bilden. Durch den veränderten Stoffwechsel im Darm werden die Nährstoffe nicht wie gewünscht reguliert und Gase sowie ein begünstigter Wassereinstrom im Darm sorgen bei vielen Menschen für unangenehme Blähungen und Durchfall.

Die meisten Personen bemerken diese Enzymschwäche nicht, sie nehmen gerade so viele Nahrungsmittel mit Milchzucker zu sich, dass die zwar reduzierten aber noch vorhandenen Laktase Enzyme diesen spalten und verdaulich machen. Bei ungefähr 12 Millionen Menschen in Deutschland (und zum Beispiel der nahezu gesamten Bevölkerung der asiatischen und afrikanischen Länder) jedoch fehlt dieses Enzym komplett oder reicht nicht mehr für eine funktionierende Verdauung des Milchzuckers aus. Besonders ältere Menschen leiden unter diesen Verdauungsstörungen, da das Laktase-Enzym sich mit dem Alter hin noch weiter abbauen kann.

Milchprodukte zu meiden reicht leider häufig nicht aus, um dem Milchzucker aus dem Weg zu gehen. Laktose wird auch in anderen Lebensmitteln als Hilfsstoff eingesetzt, welcher nicht unbedingt ausschreibungspflichtig ist. Somit werden für die von Laktoseintoleranz geplagten Personen neben Milchprodukten auch verschiedene Fertiggerichte, Schokolade oder sogar Wurstwaren zu unverträglichen Lebensmitteln.

Leben mit der Milchzuckerunverträglichkeit

Nicht immer müssen Personen mit einer Laktoseintoleranz komplett auf Lebensmittel mit Milchzucker verzichten. Je nach Schweregrad des Laktase-Mangels sollte der Milchzuckergehalt gemindert und auf alternative Lebensmittel umgestiegen werden. Hierfür bieten sich speziell ausgezeichnete Lebensmittel in Reformhäusern aber auch Supermärkten an. Einige Milchprodukte wie zum Beispiel Joghurt oder verschiedene Hartkäsesorten enthalten Milchsäurebakterien, welche die Lactose durch die Vergärung teilweise schon abbauen. Aber auch komplett lactosefreie Milchprodukte sind immer häufiger in den Regalen zu finden, zum Beispiel die laktosefreie Milch „MinusL“ von Omira oder Sojamilch-Produkte.

Tabletten

Besonders auf öffentlichen Veranstaltungen oder im Urlaub jedoch fehlen häufig Alternativen zu Lebensmitteln mit Milchzucker. Hier helfen Laktase-Präparate, welche die Aufgabe der fehlenden Enzyme ersetzen und die Verdauung maßgeblich erleichtern. Da Personen mit einer Laktoseintoleranz milchzuckerhaltige Lebensmittel meiden oder nur in geringem Maße zu sich nehmen, sollten sie auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium achten. Besonders für Kinder im Wachstum ist eine ausreichende Versorgung mit Calcium maßgeblich! Der für die Stabilität der Knochen wichtige Mineralstoff vermindert die Gefahr von Osteoporose und sollte in Form von Präparaten zu sich genommen werden. Zudem wird empfohlen, die Darmflora mit mikrobiellen Bakterienpräparaten zu unterstützen, welche sonst hauptsächlich über Milchprodukte aufgenommen werden würden.

Genaue Empfehlungen und Dosierungsanleitungen wird Ihnen Ihr Arzt geben.

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