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Vorsorge in der Schwangerschaft

Vorsorge in der Schwangerschaft

Die Vorsorge während der Schwangerschaft ist sehr wichtig, um  Gesundheitsrisiken für die werdene Mutter und dem Baby auszuschließen.

 

Für Schwangere sind gesetzlich mindestens 12 Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf ohne Beschwerden ist der Besuch beim Frauenarzt alle 4 Wochen ausreichend, ab der 32. Schwangerschaftswoche findet die Vorsorge alle 14 Tage statt. Risikoschwangere können auch mehr als 12 Termine wahrnehmen. Wenn eine Schwangere berufstätig ist, muss sie für die Untersuchungen vom Arbeitgeber freigestellt werden. Die Kosten für die Arztbesuche trägt die Krankenkasse. Für die Vorsorgeuntersuchungen muss keine Praxisgebühr gezahlt werden.

 

Die erste Vorsorgeuntersuchung

Sie haben erste Schwangerschaftsanzeichen bemerkt? Dann sollten Sie sofort einen Termin bei Ihrem Frauenarzt ausmachen. Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung werden Sie ausführlich zu Ihren Vorerkrankungen befragt (Anamnese). Der Arzt wird Gebärmutter und Muttermund untersuchen sowie Ihre Schwangerschaftsvermutung mit Hilfe des Ultraschalls bestätigen. Außerdem werden Ihr Blutdruck, Puls und Gewicht gemessen. Der Arzt wird Blut aus Ihrer Armvene entnehmen, um Ihre Blutgruppe, den Rhesusfaktor und den Hämoglobin-Wert (Anzahl der roten Blutkörperchen) bestimmen zu können. Zudem wird das Blut auf Toxoplasmose (nur bei Frauen mit erhöhtem Risiko),  Hepatitis, Antikörper gegen Röteln sowie HIV untersucht. Ein Bluttropfen wird nun auch regelmäßig aus Ihrer Fingerspitze entnommen, um den Eisengehalt im Blut zu messen. Dieser Wert gibt Aufschluss darüber, ob Ihr Baby genügend Sauerstoff bekommt. Notfalls muss der Eisengehalt durch Einnahme von Eisentabletten ausgeglichen werden. Auch Ihr Urin wird auf Eiweiß (Hinweis auf eine Schwangerschaftsvergiftung), Zucker (Hinweis auf Diabetes), Blut und Nitrit (Hinweis z.B. auf Harnwegsinfektion) untersucht. Sie erhalten anschließend den Mutterpass ausgehändigt. Hier werden alle ermittelten Informationen und zukünftigen Untersuchungen dokumentiert.

 

Mutterpass-Punkte: Was genau wird untersucht?

Blutgruppenzugehörigkeit AB0: Haben Sie die Blutgruppe A, B, AB oder 0?  Eine Blutuntersuchung wird zeigen, welcher der vier möglichen Blutgruppen Sie angehören. Wenn eine Bluttransfusion vorgenommen wird, muss die Blutgruppe bekannt sein, denn nicht jede Blutgruppe „verträgt“ sich mit der anderen. Auch der Vaterschaftsnachweis kann über die Blutgruppenbestimmung erfolgen.

 

Antikörper-Suchtest

Es gibt zwei unterschiedliche Rhesusfaktoren (Rh). Menschen mit einem positiven Rh-Faktor haben ein Eiweiß-Anhängsel an den roten Blutkörperchen. Liegt ein negativer Rh-Faktor vor, fehlt dieses Anhängsel. Wenn nun eine Frau mit einem negativen Rh-Faktor ein Kind von einem Mann mit positiven Rh-Faktor erwartet, dann besteht eine große Chance, dass auch das Kind einen positiven Rh-Faktor besitzt. Normalerweise kommt es während der Schwangerschaft nicht zum direkten Blutaustausch zwischen Mutter und Kind, spätestens jedoch während der Entbindung, was fatale Auswirkungen haben kann. Der Körper der werdenen Mutter (Rh-negativ) identifiziert die Blutkörperchen des Kindes (Rh-positiv) als Fremdkörper und bildet sofort Anitkörper dagegen. Bleiben diese Antikörper unentdeckt, kann es bis zur lebensbedrohlichen Blutarmut des Kindes führen. Tritt eine Rhesusunverträglichkeit während der Schwangerschaft auf, erhält die werdene Mutter ein Anti-D-Serum gespritzt. Es bewirkt, dass die Mutter keine Anitkörper im Blut bildet. Der Antikörper-Suchtest zeigt, ob sich im mütterlichen Blut Antikörper gebildet haben, die schädlich für das Ungeborene sein können.

 

Röteln-HAH Test

Der Röteln-Hämagglutinationshemmungstest gibt Aufschluss, ob die Mutter bereits Antikörper gegen das Rötelnvirus gebildet hat oder nicht. Dabei spielt die Höhe des sogenannten Titers eine Rolle. Ist dieser ausreichend hoch, geht man davon aus, dass die Schwangere durch eine Infektion in der Kindheit oder aber auf Grund einer Impfung gegen Röteln immun ist. Röteln sind eigentlich harmlos, aber wenn sie in der Schwangerschaft in den ersten vier Monaten auftreten, kann das negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Ungeborenen haben. Falls keine Immunität vorliegt, sollten Schwangere den Kontakt zu Erkrankten unbedingt meiden oder bei Verdacht einer Ansteckung sofort einen Arzt kontaktieren.

 

Chlamydia trachomatis

Chlamydien sind Bakterien und können Erkrankungen im Augen,- Atemwegs- und Genitalbereich auslösen. Chlamydien-Infektionen zählen zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Zur Erkennung dieser Krankheit entnimmt der Arzt einen Abstrich aus dem Muttermund. Stellt das Labor anschließend Chlamydien fest, wird der Arzt eine entsprechende Behandlung vornehmen. Wenn eine Chlamydien-Infektion unerkannt bleibt, kann es im Laufe der Schwangerschaft zu vorzeitigen Wehen und frühzeitigem Blasensprung kommen. Während der Geburt kann sich das Baby infizieren und dann an einer Augen- oder Lungenentzündung erkranken.

 

HBs-Antigen

Kurz vor dem errechneten Geburtstermin erfolgt eine Blutuntersuchung nach Erregern der Hepatits B. Hepatits B ist eine infektiöse Leberentzündung, die durch Viren hervorgerufen wird und noch nicht therapiert werden kann. Wurde eine Infektion der Mutter festgestellt, so wird das Neugeborene nach der Geburt dagegen geimpft, um eine Ansteckung zu verhindern.

 

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